Wirtschaftspartner Russland

Fakten & Zahlen

Russland wird bis 2020 zu den fünf größten Volkwirtschaften gehören. Allein im Jahr 2011 wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der Russischen Föderation laut Regierungsprognosen um 4,2 Prozent. Die Industrieproduktion legte nach Angeben des Statistikamtes Rosstat von Januar bis Mai 2011 um 5,2 Prozent zu. Russland ist mit seinen 141 Millionen Einwohnern das rohstoffreichste Land der Erde und besitzt über 500 Milliarden US-Dollar Währungsreserven.

Das Honorarkonsulat der Russischen Föderation wirbt vor dem Hintergrund der Erfolge der Unternehmensgruppe KNAUF in der Russland für ein Engagement in der Russischen Föderation und macht sich für eine vertrauensvolle wirtschaftliche Partnerschaft stark.

Deutsche Unternehmen in Russland

Deutsche Firmen bilden die größte ausländische Unternehmer-Gemeinde in Russland. Von den annähernd 6.100 Firmen mit deutscher Beteiligung engagieren sich 2.110 in Moskau, 710 in St. Petersburg und 2.385 in den übrigen Föderationssubjekten der Russischen Föderation. Der Trend der Unternehmen, ihre Tätigkeit in den Regionen auszuweiten, ist ein Ergebnis des administrativen Wandels. Die Rahmenbedingungen in Russland haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Insgesamt sind rund 150 Unternehmen mehr mit Tochterfirmen und Repräsentanzen in Russland vertreten als vor der Wirtschaftskrise. Die deutschen Direktinvestitionen stiegen im Jahr 2010 um 500 Millionen auf 8,3 Milliarden US-Dollar. Eine Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), an der sich 130 Unternehmen beteiligten, ergab, dass diese für das Jahr 2011 planen, weitere 700 Millionen in Russland zu investieren. Im September 2010 wurden zusätzlich fünfzig der größten deutschen, in Russland tätigen Unternehmen zur konjunkturellen Situation für das laufende Jahr befragt. Demnach ist bei 87% dieser Unternehmen ein starkes Wachstum gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres von bis zu 60% zu verzeichnen. Zwei Prozent wuchsen sogar um mehr als 100%. Für das Gesamtjahr 2019 erwarten knapp 60% eine Umsatzsteigerung. Die Nachfrage übersteige derzeit die Produktionskapazitäten berichtete beispielsweise ein deutscher Automobilbauer.

Die konservative Anlagestrategie Deutschlands hat einen großen Vorteil: Deutsche, vor allem mittelständische Unternehmen legen ihr Geld bevorzugt langfristig in Produktionsstandorten in Russland an. Zu den größten deutschen Investoren gehörten in den vergangenen Jahren Firmen wie E.ON, Wintershall, VW, Siemens, Metro, ThyssenKrupp und die Deutsche Bank. Das Rückrat der Geschäftskontakte bilden erfolgreich mittelständische Unternehmen wie CLAAS, Digitech, Herrenknecht, KNAUF, Knorr Bremse und viele andere mehr.

Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer

Am 14. Dezember 2007 wurde die Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer in Moskau gegründet. Sie markiert eine logische Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen und ist zugleich Sinnbild für die hohe Qualität der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Unter dem Grundsatz „Impuls. Lobby. Service“ wird die AHK Unternehme bei der Aufnahme von Geschäftskontakten behilflich. Gleichzeitig vertritt sie die Interessen der Kammermitglieder vor russischen und deutschen staatlichen Institutionen. Und sie bietet den Service der „ständigen Betreuung im Alltag“, angefangen vom Markteintritt bis zum Geschäftsaufbau. Als bilaterale Kammer integriert die AHK auch stärker russische Unternehmen und vertritt deren Interessen. Insgesamt stehen den Kammermitgliedern 400 Experten und Arbeitsgruppen in der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer zur Verfügung. Auch in der Wirtschaftskrise hatte die AHK eine positive Mitgliederentwicklung zu verzeichnen. Im Jahr 2007 startete die AHK mit 515 Mitgliedern, im Jahr 2008 waren es bereits 604 und 2009 kamen 87 neue Unternehmen dazu, so dass sich die Zahl auf 691 Mitglieder erhöht hat.

Handelsvolumen Russland-Deutschland

Seit mehr als 30 Jahren ist Deutschland der größte Außenhandelspartner Russlands im westlichen Ausland. Unter den europäischen Wirtschaftspartnern Russlands liegt Deutschland auf Platz 1, weltweit nach China auf Platz 2.

Das Handelsvolumen Deutschlands mit Russland betrug Ende August 2011 bereits 47,7 Milliarden Euro; in den ersten acht Monaten des Vorjahres waren es 42 Milliarden Euro. Das Gros der 21,9 Milliarden Euro starken Exporte nach Russland machte dabei die Lieferung von Kraftwagen, Kfz-Teilen, Maschinen und chemischen Erzeugnissen aus. Aus Russland wurden im selben Zeitraum Waren im Wert von 25,8 Milliarden Euro eingeführt. Hier lagen Erdöl und Erdgas mit weitem Abstand vor unedlen Metallen und Metallprodukten sowie Eisen- und Stahlerzeugnissen.

Wirtschaftspartner Bayern und Russland

Die Handelsbeziehungen zwischen Bayern und der Russischen Föderation sind traditionell eng. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Warenaustausch annähernd verdoppelt. Im ersten Halbjahr 2011 war Russland für Bayern ein exzellenter Wachstumsmarkt. Im genannten Zeitraum wuchsen die bayerischen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 60,6 Prozent. Auch die Einfuhr russischer Waren nahm in den ersten sechs Monaten 2011 um 21,4 Prozent zu.

Zum 14. Mal fanden im Juli 2011 die Bayerischen Wirtschaftstage in Moskau statt, die im Oktober 2011 in München als Moskauer Wirtschaftstage in Bayern ihr Pendant fanden. Als erstes Bundesland schloss Bayern mit Moskau bereits 1991 ein Abkommen über Zusammenarbeit. Als erstes gründete es 1995 eine eigene Vertretung in Moskau. Von den über 6.000 deutschen Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit Russland pflegen, stammt mehr als ein Drittel aus Bayern. Der Anteil bayerischer Unternehmer im Großraum Moskau liegt bei annähernd 50 Prozent. Die bayerische Wirtschaft hat in Russland mehr als 25.000 Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro haben bayerische Firmen bisher in Russland investiert und dabei ihr Technologie-Know-how eingebracht. Bayern wird daher auch als Lokomotive der deutsch-russischen Zusammenarbeit angesehen. In Bayern sind heute rund 70 russische Unternehmen aktiv.